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AUTOPOIESIS: Recognizing Kin Across Antipodal Topologies | Ausstellung (dienstags bis samstags)

4. August 12:00 - 30. August 19:00

Andrew Ananda Voogel in Khirkee Voice / Christopher Udemezue / Dhrubo Jyoti / Elyla / Jesús Hilario-Reyes / Prabhakar Pachpute / Rajyashri Goody / Subas Tamang

Kuratiert von Shaunak Mahbubani mit kuratorischer Beratung von Vidisha-Fadescha,  Eli Moon und Madhumita Nandi

Vernissage: 03 August 2022, 19:00 - 22:00
Ausstellung: 04 - 30 August, Dienstag – Samstag, 12:00 - 19:00

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Öffentliches Programm

03. August 2022 

19:00 – 22:00 | Exhibition Preview
20:00 | Do They Hesitate To Eat With You – Participative Reading by Rajyashri Goody
22:00 – 03:00 | Antipodal After Party with MORENXXX and Fadescha

05. August 2022

18:00 – 19:00 | Testimony and Community in HIV Care – Conversation with Eli Moon & Shaunak Mahbubani
19:00 – 20:00 | Living / Loving in a Caste Society – Keynote by Dhrubo Jyoti
20:00 – 21:00 | Akin To The Hurricane – Performance by Jesus Hilario-Reyes in collaboration with Exael

20.August.2022

16:00 - 17:30 | Kuratorischer Rundgang mit Ausstellungskurator*innen 

17:30 - 19:30 | Artist Talk "Two Positions - Personal Story, Performance, and Precarious Homelands" with Elyla (Nicaragua) und Vidisha-Fadescha (Indien)

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We cannot give up writing stories about what it means to be human that displace those that are at the foundation of Empire.” — Sylvia Wynter

In ihrer Evokation "Being Human as Praxis" (2007) geht Wynter auf die Bedeutung der Herkunftsgeschichte ein und stellt den Akt der Eigenerzählung in den Mittelpunkt des Prozesses, sich als vollwertiges und komplexes menschliches Wesen außerhalb der aufklärerischen Definition des Menschen zu etablieren - ein Schritt, den sie als "Autopoetic Turn/Overturn" bezeichnet. Im Einklang mit Wynters Vision erforscht AUTOPOIESIS die Nuancen autobiografischer Kunstpraktiken, die ihre Wurzeln in den gegensätzlichen Lagen Südasiens, Zentralamerikas und der Karibik haben. Das Projekt, das zwischen August und Dezember 2022 in Berlin, Kassel, Mexiko-Stadt, Guatemala-Stadt, Neu-Delhi und an anderen Orten in erweiterter Ausstellungsform gezeigt wird, zielt darauf ab, über abstrakte Vorstellungen von Solidarität hinauszugehen und ein Experiment mit Eigenerzählungen vorzuschlagen, um durch die Anerkennung spezifischer verkörperter Positionen tiefere Verwandtschaften zu entwickeln.

Beide Regionen weisen eine Dichte indigener Netzwerke auf, die durch mehrere Kolonisierungswellen ausgelöscht und umgestaltet wurden. Diese Entwicklung hat sehr spezifische soziale Topologien hervorgebracht, die in ihrer Dynamik von Kastenkolonialismus, Extraktivismus und tief verwurzelter kultureller Auslöschung große Gemeinsamkeiten aufweisen. Jede*r der acht Künstler*innen, die aus systembedingt zum Schweigen gebrachten Positionen innerhalb dieser Regionen und ihrer Diaspora kommen, spricht aus eigener Erfahrung und Auseinandersetzung mit der Kosmologie der Vorfahren und setzt kreative Strategien ein, um verwundete Archive wiederzubeleben. Ihr nachhaltiges Engagement für die Praxis der Eigenerzählung führt zu Werken, die eine Opferperspektive vermeiden und stattdessen Gemeinschaftsforschung mit einer ermächtigten Poetik kombinieren, um Wynters Vision des vollständigen und komplexen Menschen nachzuahmen.

AUTOPOIESIS ist der vierte Teil der von Shaunak Mahbubani initiierten kuratorischen Reihe "Allies for the Uncertain Futures", die sich mit der pluralistischen Mitgestaltung der Zukunft durch die Auflösung der Grenzen zwischen dem Selbst und dem Anderen befasst und auf der buddhistischen Philosophie der Nicht-Dualität basiert. AUTOPOIESIS wird in Zusammenarbeit mit den kuratorischen Berater*innen und Gastgeber*innen Vidisha-Fadescha (Party Office, New Delhi), Eli Moon (Bataclan Festival, Mexico City) und Madhumita Nandi (Oyoun, Berlin) entwickelt.

Eintritt frei!

Gefördert durch den Projektfonds Bildende Kunst des Goethe-Instituts

Foto: Christopher Udemezue, Untitled (Tayki and The Obeah Man), 2021, digital print, 114.3 x 64.8 cm (detail)

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Künstler*innen-Biografien:

Rajyashri Goodys künstlerische Praxis ist von ihrem akademischen Hintergrund und ihren ambedkaritischen Wurzeln geprägt. Durch Schreiben, Keramik, Fotografie und Bildhauerei versucht sie, die alltägliche Macht und den Widerstand der Dalit-Gemeinschaften in Indien zu entschlüsseln und sichtbar zu machen. Goody ist derzeit Gastkünstlerin an der Rijksakademie Van Beeldende Kunsten, Amsterdam. Sie hat an zahlreichen Orten ausgestellt und präsentiert, insbesondere an der Harvard University in Cambridge, der Akademie der bildenden Künste in Wien, dem ISCP in New York, der Ishara Art Foundation in Dubai (2019), The Showroom in London und Khoj International in Neu-Delhi. 

Elyla ist cochonx chontalli barromestiza aus Chontakes, Nicaragua, nicht-binär und in der Performancekunst und dem Aktivismus tätig. Elyla arbeitet häufig mit den Spannungen rund um Identitätspolitik, nationalistische kulturelle Identität, Kolonialismus, Queerness und Anderssein. Elylas Interesse gilt den Erzählungen, die Mestizaje ausmachen, mit einem Fokus auf die koloniale Gewalt hinter Mestizo-Ritualen, Volksfesten und anderen religiösen Demonstrationen. Elyla ist Gründungsmitglied von Operación Queer (2013), einem nicaraguanischen Kollektiv, das sich für transfeministische und dekoloniale Reflexionen in den Regionen Zentralamerikas einsetzt. 

Prabhakar Pachpute verwendet Porträts und Landschaften mit surrealistischen Motiven, um sich kritisch mit der Arbeit im Bergbau und den Auswirkungen des Bergbaus auf die natürliche und menschliche Landschaft auseinanderzusetzen. Ausgehend von Maharashtra verbindet er Recherchen aus der ganzen Welt mit persönlichen Erfahrungen, wobei er vom Persönlichen zum Globalen übergeht und die Komplexität historischer Veränderungen auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Ebene untersucht. Neben mehreren Biennalen und internationalen Ausstellungen wurde er 2021 mit dem Preis Artes Mundi 9 ausgezeichnet und war kürzlich Teil der 59. internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia (2022). 

Christopher Udemezue hat in einer Reihe von Galerien und Museen ausgestellt, darunter dem New Museum, dem Queens Museum of Art und MoMa PS1. Udemezue nutzt sein jamaikanisches Erbe, die Komplexität des Wunsches nach Verbindung und Heilung durch persönliche Mythologie und Abstammung als Hauptquelle für seine Arbeit. Er ist der Gründer der Plattformen RAGGA NYC & CONNEK JA und wurde kürzlich zum Co-Vorsitzenden des Vorstands der Recess Gallery, Brooklyn NY, gewählt.

Dhrubo Jyoti ist Journalist*in und Autor*in mit Sitz in Neu-Delhi und schreibt über nationale Angelegenheiten an der Schnittstelle von Kaste und Sexualität. Dhrubo ist nicht nur eine*r der wenigen Dalit-Fachleute im südasiatischen Journalismus, sondern organisiert auch die Bewegung rund um Kaste und Sexualität in Südasien, die darauf abzielt, die Stimmen der oberen Kaste aus dem Zentrum der LGBTQIA+-Bewegungen zu entfernen. Dhrubo schreibt erzählende Sachbücher, die sich mit den Erfahrungen von Liebe und Begehren in Südasien befassen, die durch die Kasten geprägt sind, und ist daran interessiert, die Verbindungen zwischen Kaste und Begehren zu erforschen, insbesondere Queerness anhand der Werke von BR Ambedkar. 

Andrew Ananda Voogel ist ein multidisziplinärer Künstler, der an der Schnittstelle von Video und Installation arbeitet. In seiner Arbeit setzt er sich intensiv mit Geschichte, Geografie und persönlichen Erzählungen auseinander. Der in Nordkalifornien aufgewachsene Voogel hat sich in seiner Forschung vor allem mit dem Handel mit indentierten Arbeitskräften zwischen Indien und der Karibik befasst. Seine Arbeiten wurden unter anderem auf der Kochi-Muziris Biennale, der Chonqing Changjiang Photo und Video Biennale, im Stadtmuseum und auf der Manifesta 11 ausgestellt.

Khirkee Voice/ खिड़की आवाज़ ist eine zweisprachige, hyperlokale Boulevardzeitung, die seit 2016 von Malini Kochupillai und Mahavir Bisht herausgegeben wird. Das Projekt und die erste Ausgabe wurden als Reaktion auf die Coriolis Effect: Migrations and Memory Residency in der Khoj International Artists' Association erdacht. Die Zeitung erscheint nun in ihrer 11. Ausgabe. 

Subas Tamang gehört der indigenen Gemeinschaft der Tamang in Nepal an, deren Geschichte größtenteils auf mündlichen Überlieferungen beruht, die nicht gut dokumentiert sind. Um diese historische Informationslücke zu schließen, versucht er, das kulturelle und soziale Gefüge seiner und der umliegenden Gemeinschaften zu archivieren. Tamang wendet traditionelle, im Laufe der Zeit ererbte und erlernte Fertigkeiten an, darunter Schnitzerei, Gravur und verschiedene Formen der Druckgrafik. Er ist eines der Gründungsmitglieder von Artree Nepal, und seine Arbeiten wurden auf der Kathmandu Triennale 2022, dem Dhaka Art Summit 2018 und zuletzt bei Savvy Contemporary, Berlin, 2022 gezeigt.

Jesús Hilario-Reyes ist interdisziplinäre*r Künstler*in, mit einem Interesse an der Unmöglichkeit des schwarzen Körpers und den Fehlern der mechanischen Optik. Während Jesús Praxis an der Schnittstelle von akustischer Performance, Landinstallation und erweitertem Kino angesiedelt ist, untersuchen die sich wiederholenden Arbeiten die Karnevals- und Rave-Kultur im gesamten Westen, um einen notwendigen Lösungsansatz für die Auswirkungen des "destierro" zu finden. Die Arbeiten von Hilario-Reyes wurden u. a. im Museum of Contemporary Art Chicago, beim Black Star Film Festival (Philadelphia) und bei Parasol Unit (London) gezeigt. 

Kurator*in:

Shaunak Mahbubani ist nomadische*r Kurator*in und Schriftsteller*in. Shaunaks Projekte im Rahmen der Ausstellungsreihe "Allies for the Uncertain Futures" konzentrieren sich auf die pluralistische Mitgestaltung der Zukunft durch die Auflösung der Grenzen zwischen dem Selbst und dem Anderen, basierend auf der buddhistischen Philosophie der Non-Dualität. Shaunak ist daran interessiert, Erfahrungen zu schaffen, die die queere Arbeit des Aushaltens von Fluidität, Komplexität und Widersprüchen inspirieren. Darunter fallen unter anderem Projekte für Party Office b2b Fadescha (documenta fünfzehn, Kassel), das Maxim Gorki Theater (Berlin), das ISCP (New York), apexart (New York), Casa Roshell (Mexiko-Stadt), TIER (Berlin) und das Goethe Institut (Neu-Delhi).

Kuratorische Berater*innen:

Vidisha-Fadescha ist Künstler*in und Kurator*in. Vidisha entwickelt konzeptionelle Architekturen, die gelebte Erfahrungen als normkritische Pädagogik für Queer-Hegemonien nutzen. Fadeschas Arbeit konzentriert sich auf die Bewegung des Körpers als Archiv eines generationenübergreifenden Traumas, den Körper als Ort des eigenen Begehrens und die Party als Ort der Resilienz und affirmativen Verwandtschaft. Fadescha hat das "Party Office" gegründet, einen kastenfeindlichen, antirassistischen, trans*feministischen Kunst- und Sozialraum. Es erforscht die Gemeinheit durch intersektionale Untersuchungen, Dialoge und Feiern für kritische zukünftige Öffentlichkeiten. Party Office b2b Fadescha ist Lumbung-Künstler*in auf der documenta fünfzehn, 2022.

Eli Moon ist ein*e mexikanische*r Kulturförderer*in, Kurator*in, Künstler*in und Aktivist*in. Eli organisiert mehrere langfristige Projekte, die Gespräche über geschlechtliche und sexuelle Unterschiede, geschlechtsspezifische Gewalt und HIV/AIDS anregen: Bataclan International, BataFems und Entre Sures. Eli arbeitet derzeit auch als Beauftragte*r für internationale Angelegenheiten bei Agenda LGBT A.C., einer Bürgervereinigung mit 18 Jahren Erfahrung in der Verteidigung der LGBT-Menschenrechte. 

Madhumita Nandi ist eine Künstlerin und Forscherin, die sich intensiv mit Erinnerungskulturen und der Überprüfung und Reformierung von Praktiken des kollektiven Gedächtnisses beschäftigt. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Untersuchung und Untergrabung der Auswirkungen kolonialer Archivierungspraktiken auf die heutige Gesellschaft, wobei der Schwerpunkt auf immateriellem Erbe, indigener und flüchtiger Kunst liegt. Sie arbeitet als künstlerische Co-Direktorin von Oyoun und initiiert und entwickelt soziokulturelle und künstlerische Projekte mit queer-feministischen, neurodiversen und klassenkritischen Perspektiven.

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◥ Im Oyoun ist kein Platz für Sexismus, Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, jegliche Form von Rassismus oder Diskriminierung wie antischwarzem, antimuslimischem Rassismus oder Antisemistismus. Dasselbe gilt für jede Art von gewalttätigem, aggressivem oder übergriffigem Verhalten. Oyoun bietet einen sicheren Raum für alle, ein offenes Forum für den Dialog und einen Ort, an dem wir uns gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen. Wenn dich jemand oder etwas während einer Veranstaltung stört, wende dich bitte an ein Mitglied unseres Personals, das dafür da ist, dir zu helfen! Wenn du uns nach einer Veranstaltung eine Erfahrung mitteilen möchtest, schreibe uns bitte eine E-Mail (hallo@oyoun.de) oder sende uns eine anonyme Nachricht über unsere Website.

Details

Beginn:
4. August 12:00
Ende:
30. August 19:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

Oyoun
Lucy-Lameck-Staße 32
Berlin, 12049 Deutschland
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Veranstalter

Oyoun