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Ausstellung | WAKE UP CALLS FOR MY ANCESTORS

29. Oktober 12:00 - 15. November 19:00

Die Ausstellung kann vom 29.10. bis zum 15.11. täglich von 12 - 19 Uhr besucht werden. 

EINTRITT FREI! 

Info zur Ausstellungseröffnung hier

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ÜBER DIE AUSSTELLUNG

Koloniale Archive in verschiedenen Museen und Institutionen in ganz Europa erzeugen vielfältige Diskurse in Bezug auf Geschichte, Erinnerung, Archivierung, Kunst und die Authentizität der kolonisierten Nationen. "Wake up calls for my Ancestors" ist ein langfristiges, kritisches künstlerisch-archivarisches Projekt, das den stummen Stimmen der Dalit und anderer archivierter subalterner Subjekte, die als bloße Fotografien angeeignet, ausgestellt, zugänglich gemacht, bearbeitet und verbreitet werden, eine aktive Stimme verleiht. Der Künstler Sajan Mani hat einen interdisziplinären Dialog über die Sammlung südindischer Fotografien im Ethnologischen Museum Berlin begonnen, zu dem er drei Künstler*innen und drei Wissenschaftler*innen eingeladen hat, um die eurozentrischen Archivierungspraktiken kritisch zu hinterfragen. Im Rahmen des Projekts finden interne Workshops, Forschungsarbeiten, Installationen, Performances, Filme, Fotografien, Podiumsdiskussionen, Interaktionen und experimentelle Kooperationen statt, um einen bewussten Gegenpol zur Genauigkeit der kolonialen Fotografie zu setzen. Auf der Suche nach einem Raum und einer Geschichte von unten stellt "Wake up calls for my Ancestors" die weithin akzeptierte postkoloniale Methodik in Frage, die sich mit der großen Nation auf Kosten kleinerer Orte wie Keralam beschäftigt. Die Möglichkeit einer alltäglichen Raumzeit, die sowohl menschliche als auch nicht-menschliche Akteur*innen für eine mitfühlende planetarische Gerechtigkeit miteinander verbinden kann, orientiert diese Untersuchung sowohl an futuristischen als auch historischen Denkformen.

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Participating Artists

Kirtika Kain (geb. 1990) setzt sich in ihren kraftvollen Kunstwerken mit Kaste und Identität auseinander. Die Erforschung von Kaste durch ihre Kunstwerke bezieht sich auf ihre Erfahrungen mit Kaste als eine in Sydney, Australien, aufgewachsene Frau. Obwohl sie physisch außerhalb des indischen Kastensystems aufgewachsen ist, verbindet ihre künstlerische Praxis ihren Dalit-Körper mit einer alten Dalit-Präsenz durch Materialien wie Kuhdung, Sindoor, Menschenhaar, Holzkohle, Gold und Teer, deren traditionelle Religiosität sie sich zu eigen macht. Die Qualität der Stille und der Heiligkeit, die diese Materialien aufrechterhalten, sind von zentraler Bedeutung für ihre Arbeit. Durch verschiedene alchemistische und experimentelle Drucktechniken versucht Kain, diese alltäglichen Materialien in ästhetische Objekte von Wert zu verwandeln und so eine persönliche und kollektive Erzählung neu zu definieren und zu erfinden.

Rajyashri Goody  stammt aus Pune, Indien. Sie versucht, die alltägliche Macht und den Widerstand der Dalit-Gemeinschaften in Indien zu entschlüsseln und sichtbar zu machen indem sie schreibt, mit Keramik hantiert, fotografiert und Skulpturen aus Papier und gefundenen Objekten herstellt. Zurzeit ist sie Gastkünstlerin an der Rijksakademie Van Beeldende Kunsten, Amsterdam. Sie schloss 2011 ihren BA in Soziologie am Fergusson College in Pune und 2013 ihren MA in Visueller Anthropologie am Granada Centre for Visual Anthropology an der University of Manchester, England, ab. Goodys künstlerische Praxis ist geprägt von ihrem Hintergrund in den Sozialwissenschaften und ihren Dalit-Wurzeln. Durch den Einsatz verschiedener Medien, darunter Schrift, Keramik, Fotografie, Video und skulpturelle Arbeiten aus gefundenen Objekten und Lebensmitteln, versucht sie, der alltäglichen Macht und dem Widerstand der Dalit-Gemeinschaften in Indien nachzugehen und erkennbar zu machen.

Upendranath T R ist ein in Kochi wohnhafter post-konzeptioneller Künstler, dessen außergewöhnliche künstlerische Reise viele Vektoren hat, die ein Spektrum von sich gegenseitig bereichernden künstlerischen Prozessen ergeben. Stempeldruck auf Papier, anthropomorphe Montagen mit ausrangierten Hochglanzmagazinseiten, handgeschnittene Collagen mit Wohnzimmertapeten auf Mixed-Media-Oberflächen auf Papier, Schablonieren, DIY-Ästhetik von Assemblagen mit ausgedienten Haushaltsgegenständen, Xerox-Montagen mit Schnappschüssen von alltäglichen und intimen Menschen und Orten oder soziale Experimente auf Social-Media-Plattformen wie skurrile selbstreferentielle digitale Fotomontagen, die von Hollywood-Film Stilen abgeleitet sind, zählen zu den Arbeiten im vielschichtigen und äußerst reichen künstlerischen Prozess von Upendranath T R. Die Gemäldeserie Fluid Transcode kann als Transfer oder Konvergenz verschiedener Prozesse gesehen werden, die aus seinen Mischtechniken auf Papier hervorgehen, die aus Kritzeln mit Feder und Tinte, Schwamm Mustern mit Schaumstoffdichtungen und Walzenmalerei mit Acryl bestehen, die seine täglichen Rituale oder sein Leben im Atelier wie ein Gebet darstellen.

Sajan Mani ist ein interdisziplinärer Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. In seiner Arbeit bringt er die Probleme der marginalisierten und unterdrückten Völker Indiens mittels des "schwarzen Dalit-Körpers" des Künstlers zum Ausdruck. Manis Performance-Praxis konzentriert sich auf verkörperte Präsenz, die Konfrontation mit Schmerz, Scham, Angst und Macht. Sein persönliches Rendezvous mit seinem Körper als Treffpunkt von Geschichte und Gegenwart eröffnet den Blick auf den "Körper" als sozio-politische Metapher.

In mehreren seiner Performances verwendet Mani das Element Wasser, um ökologische Themen anzusprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Backwaters in Kerala, sowie das allgemeine Thema der Migration. Seine jüngsten Arbeiten befassen sich mit der Korrespondenz zwischen Tieren und Menschen sowie mit der Politik des Raums aus der Perspektive einer indigenen Kosmologie. Unlearning Lessons from my Father (2018), das mit Unterstützung des Asia Art Archive entstand, untersucht die Biografie des Künstlers in Bezug auf Kolonialgeschichte, Botanik und materielle Beziehungen.

Sajan war der erste Inder, der 2021 mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet wurde. Er hat an internationalen Biennalen, Festivals, Ausstellungen und Residenzen teilgenommen, darunter das INHABIT, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, DE (2022), Galerie Leonard & Bina Ellen Art Gallery, Concordia University, CA (2021-22) Lokame Tharavadu Kochi Biennale Foundation, IN (2021), Times Art Center Berlin, DE (2021) Nome Gallery, Berlin (2021) CODA Oslo International Dance Festival, No (2019); Ord & Bild, SE (2019); India Art Fair (2019); "Specters of Communism", Haus der Kunst, München (2017); Dhaka Art Summit, Bangladesch (2016); Kampala Art Biennale, Uganda (2016); Kolkata International Performance Arts Festival (2014-16); und Vancouver Biennale, CA (2014). Im Jahr 2022 wurde er mit dem Prince Claus Mentorship Award und dem Breakthrough Artist of The Year der Hello India Art Awards ausgezeichnet. Zwischen 2019 und 2022 erhielt er ein künstlerisches Forschungsstipendium des Berliner Senats, ein Stipendium für Bildende Kunst von Braunschweig Projects und das Stipendium der Akademie Schloss Solitude, Deutschland.

Mit großzügiger Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Weitere Unterstützer*innen : Oyoun, Speaking to Ancestors, CARMAH, STIFTUNG KUNSTFONDS and PATHAAL : SPACE FROM BELOW

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Details

Beginn:
29. Oktober 12:00
Ende:
15. November 19:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Oyoun
Lucy-Lameck-Staße 32
Berlin, 12049 Deutschland
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Veranstalter

Oyoun