„Ich und Du Wir brauchen.“

Asmaa Sbou

Christian Suhr

„Ich und du, wir brauchen eine Art Morgen.“

Rassismuserfahrungen führen, wissenschaftlich erwiesen, zu mehr Stresshormonen. Ebenso hat Rassismus die Kraft, Betroffene vom Leben abzulenken. Somit stellt sich die Frage, welche Formen der Heilung gibt es und was kann die Kunst dafür tun? Die Künstlerin geht auf diese Fragen ein und findet ihre Antwort bei SICH in einem UNS.

Wo im Körper befinden sich die bewussten sowie unbewussten Blockaden von Traumata? In wie weit leidet die psychische Gesundheit darunter? Welche körperlichen Krankheiten können entstehen? Welche Weisheiten, Traditionen gibt es aus unseren Kulturen? Welche Methoden haben unsere Vorfahren genutzt und wie können wir gegebenenfalls diese in dieser Gegenwart anwenden?

Die Schriftstellerin Toni Morrison sagte „Die Funktion, die sehr ernste Funktion des Rassismus ist die Ablenkung. Es hält dich davon ab, deine Arbeit zu tun. Es lässt dich immer wieder erklären, warum du so bist.“ Wenn Rassismus die Funktion der Ablenkung hat, stellt sich in mir als Aktivistin die Frage, warum und wie lass ich mich ablenken? Wenn ich meinen Fokus auf die Heilung von Rassismus in meinen Körper lenke, ist dies auch eine Art der Ablenkung? Wo im Körper entsteht nun mehr Freiraum? Wie möchte ich mich bewegen und welche Körperteile bewegen sich vielleicht anders oder freier? Welche Formen nimmt der Körper nun an?

Durch die dreimonatige Residenz im Oyoun, ging die Künstlerin Asmaa Sbou auf eine körper-basierten Recherche und hatte somit schnell verstanden, dass es ein langjähriger Prozess ist, dass sich stetig verändert und weitaus mehr Zeit benötigt. 

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Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

Foto und Video: Christian Suhr 

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