Die künstlerische Arbeit von Chima Okerenkwo im Rahmen unserer Lockdown Residency stellt einen kommunikativen und beobachtenden Akt der Selbstfürsorge dar – das Verbinden mit seinen Umständen und seinen Missständen durch das Schaffen. 

Chima zur Fotoserie: Trennungen sind scheiße! Ich habe die Tragödie, die meine Freunde durchmachen, nie geglaubt, bis ich sie jetzt selbst erlebt habe. In dieser Serie von Selbstporträts versuche ich, mich dem emotionalen Schwindel, der einen in dieser Zeit begleitet, anzunähern. Die Skulptur, die ich geschaffen habe, liegt in direkter Korrespondenz zu diesen Fotos und dient als Heilungsraum für mich selbst.

 

 

Chima zur Skulpturinstallation: Ich befinde mich seit drei Monaten in einer von meinem Vermieter gestellten Übergangswohnung etwas außerhalb von Berlin. Mir wurde von Anfang an gesagt, dass ich in dieser Wohnung nichts machen darf. Die Wohnung ist dementsprechend kahl. In der Anfangszeit meiner Trennung habe ich mit sehr vielen, mir sinnlos vorkommenden, Spaziergängen angefangen. Auf diesen habe ich häufig etwas aus Natur mit in die Wohnung mitgebracht. Meist tote Zweige, schön geformte Steine oder einfach bunte Blätter. Erst nach einer Zeit habe ich diese absurde Verbindung aus dem leeren Räumen, in denen ich mich befand, und denen der Natur entzogenen Gegenständen verstanden. Ich konnte mich mit diesem Gefühl der physischen als auch mentalen Entfremdung auf eine Art identifizieren. Diese Arbeit spricht von dieser Zeit. Über das organische im Toten.

 

 

Künstler*in: Chima Okere
Titel: der Taumel (Dizziness)
Jahr: 2020
Material / Technik / Format:  eine Photoserie und eine Skulptur-Installation
Maße: variabel

Links:

Instagram: @chima.okerenkwo